Ärztekritik

Kritik an den Ärzten und Ärztinnen

Bestechlich? Ich nicht.

Seit Jahrzehnten verschenken die Außendienstmitarbeiter/innen der Pharma-Industrie allerlei Nettigkeiten. Vielleicht haben Sie z.B. die bunte Vielfalt an Kugelschreibern schon mal beobachtet, oder die Zettelblöckchen. Es mag sein, daß diese Geschenke unsere Aufmerksamkeit auf die Produkte dieser Firmen “lenken” sollen. Nur: wenn ich ein Medikament für Sie für richtig halte, verschreibe ich es. Ob ich nun ein paar Kugelschreiber mehr oder weniger dafür bekomme, interessiert mich überhaupt nicht. Und wenn jemand meint, mich dafür belohnen zu sollen, nehme ich die Kugelschreiber und schenke sie auch weiter.

Oder: wir erhalten gelegentlich Probepackungen von Medikamenten. Das mögen die Apotheken nicht, da nur sie das Distributionsrecht haben (d.h.: nur sie dürfen Medikamente ausgeben und verkaufen). Wenn wir also diese kostenlosen Medikamente weitergeben, entsteht den Apotheken womöglich ein Schaden. Da fängt’s an brenzlig zu werden: Für Notfälle brauchen wir entsprechende Medikamente, um Sie Ihnen sofort verabreichen zu können. Die besorgen wir uns in den Apotheken und bezahlen dafür. Aber die geschenkten.... Falls die geschenkten Medikamente o.k. sind für den einzelnen Fall, gebe ich sie weiter, kostenlos. Sagen wir: aus wissenschaftlichen Gründen. Denn: sie helfen ihnen. Damit ist bewiesen, daß sie für diesen Fall genau richtig sind. Ich kann das entsprechende Medikament in Zukunft weiter verordnen.

Jetzt wird’s wieder brenzlig: Wir haben eine Ausgabenbegrenzung auferlegt bekommen. Wir dürfen nur so oder soviel Geld an Medikamenten verordnen (das wechselt häufig). Wenn ich mehr verordne, muß ich das aus eigener Tasche bezahlen. Davon kann aber eine Praxis nicht existieren. Also...???

Oder: aut idem – steht ja oft in der Zeitung. Diese Regelung schreibt uns vor, daß wir den Wirkstoff eines Medikamentes aufs Rezept schreiben, die Apotheke sucht dann das preisgünstigste Medikament mit diesem Wirkstoff aus. Da wird’s auch brenzlig: Die Medikamente haben um die Wirkstoffe sozusagen Hüllen, die daran beteiligt sind, wie Sie das Medikament aufnehmen, wie der Wirkstoff dorthin gelangt, wohin er gelangen soll.. Da gibt es Unterschiede. Wenn bei einer chronischen Krankheit über Jahre ein Medikament wirklich gut geholfen hat, dann liegt das eben nicht nur am Wirkstoff, sondern eben auch an der Hülle und Ihrer körperlichen Verarbeitungsfähigkeit dieser Hülle.

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